kanzlerdaemmerung.de
Lesen gefährdet die Dummheit!

Kanzlerdämmerung

Letzte Aktualisierung: 04.02.2012

Hauptmenue

Meine persönliche Erfahrungen mit Nobelpreisträgern

James M. Buchanan…

…hat mir schriftlich bestätigt, dass es sich bei dem mathematischen Anhang zum Unsichtbaren Strick= um eine wesentliche Ergänzung zu seinem Werk The Power To Tax handele. Er empfahl mir, diesen zu überarbeiten und beim Journal of Political Economy zur Veröffentlichung einzureichen. Dieses wird von

Robert E. Lucas

herausgegeben, der an der neoliberalen Hochburg an der University of Chicago seine Weisheiten verbreitet. Ihm habe ich eine vierseitige Kurzfassung zugeschickt und prompt folgende Antwort erhalten:

…we are a small office and have not the facilities to accept credit cards. Please send us a cheque of $50 and we will begin the editorial process as soon as possible.

Das hatte ich so verstanden, dass mein Ausdruck (E-Mail hatte damals noch keiner) noch grafisch weiterverarbeitet und dann unverzüglich in der nächsten Ausgabe gedruckt wird. Der Spiegel-Redakteur hatte das auch so verstanden und dementsprechend darüber berichtet.

Darauf hin habe ich mir den nächsten Flieger genommen um mir diesen renomierten Think Tank einmal persönlich in Augenschein zu nehmen:

Der Pförtner am Haupteingang wusste zunächst mit dem Namen dieses noblen Professors überhaupt nichts anzufangen. Erst nach weiteren Erklärungen entfuhr ihm mit einem abfälligen Unterton:

Yeah man, that’s social science, building xyz 5th floor.

Ich kraxelte in dem besagten Gebäude die Treppen hoch und erreichte in einem staubigen Flur tatsächlich ein unaufgeräumtes Büro, so ähnlich wie ich es von den VWL-Professoren der Uni Saarbrücken gewohnt war. Es türmten sich meterhohe Berge von wichtigen Zeitschriften und Büchern, die beim besten Willen kein Mensch systematisch studieren kann.

Weil ich wegen eines Verkehrstaus ca. 1 Stunde zu spät kam, ist eine persönliche Konfrontation zwischen dem Nobelpreisträger und dem Professoren-Schreck= nicht mehr zustande gekommen. Die Sekretärin übergab mir dann ein Schreiben von einem anonymen Referee, der tatsächlich glaubte, in meinem Artikel einen Rechenfehler gefunden zu haben, was natürlich nicht der Fall war. So viel zu den handwerklichen Fähigkeiten von Nobelpreisträgern und deren Handlangern!

Mein Paper wurde 1995 an der TH Darmstadt unter der Leitung von Prof. Rürup veröffentlicht und 1996 an der Universität Tel Aviv auf einem wissenschaftlichen Kongress diskutiert. Wenn da wirklich ein Rechenfehler drin wäre, hätte das mit Sicherheit bis heute jemand gemerkt und ich wäre bis auf die Knochen blamiert.

Als ich später nochmal schriftlich bei Lucas nachfragte, ob er seinen Kommentar ernsthaft aufrecht erhält, antwortete er mir mit einem Einzeiler

I do not want to reopen this file

und legte einen Scheck über 50 Dollar bei. Dieser liegt zusammen mit dem ganzen Briefwechsel heute noch in meinem Bankschließfach, an das ich wieder herankomme, sobald ich mit meiner Hausbank einen Friedensvertrag geschlossen habe.

Darin befinden sich auch ein paar peinliche Herablassungen weiterer Professoren, die wohl so schnell keinen Nobelpreis bekommen werden, wie z.B.

Prof. Olaf Siebert, ehemaliger Wirtschaftswaise, den sie später auf eine Landeszentralbank weggelobt haben und der Talkshow-Prof. Hans Reiner Unsinn oder so ähnlich. Was diese Herrschaften für einen akademischen Blödsinn verzapft haben, können Sie in der gedruckten Ausgabe des Unsichtbaren Stricks nachlesen. Eine Genehmigung zum Einscannen habe ich Google vor ungefähr einem Jahr erteilt, ich warte heute noch auf eine Antwort, und auf eine finanzielle Ausgleichsregelung, wie angekündigt.

Anderen Professoren ist mein akademischer Rundumschlag wohl so sehr auf das Gemüt geschlagen, dass sie ihn nicht überlebt haben. Da wäre zunächst Prof. Wolfgang Pommerehne zu nennen, einem prominenten Kritiker der neoklassischen Wohlfahrtstheorie. Seine Assistenten teilten mir nach drei Tagen mit, dass ihr Chef meinen Brief leider nicht mehr beantworten kann, weil er soeben plötzlich und unerwartet gestorben sei.

Ähnliches Schicksal ist dem Herausgeber der Wirtschaftswoche Wolfram Engels erfahren. Ihm hatte ich meinen mathematischen Anhang zugeschickt, den er in einem freundlichen Brief in den höchsten Tönen gelobt hatte. Als er dann aber mit dem gesamten Text konfrontiert wurde, bekam er dringende gesundheitliche Probleme und war nach einem halben Jahr tot.

Ein anderer Professor und Hobby-Pilot, der regelmäßig in seinen Vorlesungen zynische Attacken auf die arroganten Volkswirte vom Stapel ließ, ist in dieser Zeit mit seinem Privatjet aus unerklärlicher Ursache abgestürzt.

Gleich den DurchBlick 2008 bestellen - hier entlang!

Mehr lesen?

Sie möchten mehr erfahren? Mehr lesen? Die hier veröffentlichten Texte sind Leseproben zu Michael Köhnes neuem Buch

"DurchBlick 2008 - Jahrbuch für non-konforme Staatsbürgerkunde".

Das Buch ist unter der ISBN13: 978-3-86805-108-7 erschienen. Informationen zur Bestellung finden Sie hier.