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Kanzlerdämmerung

Letzte Aktualisierung: 20.03.2010

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Die hyperbolische Nachfragekurve

Eine mikroökonomische Analyse

Der Goldmarkt ist wie leergefegt, der Preis auf seinem Allzeit-Hoch angekommen. Geht das immer so weiter? Oder gibt es ein Grenze, die bald erreicht oder schon überschritten ist? Bislang waren Kursprognosen nichts anderes als Kaffeesatzleserei, aber ab sofort gibt es eine mikroökonomisch fundierte Theorie.

Auch wenn Sie es nicht für möglich halten, das hier ist keine gewagte Prognose, sondern eine mathematische Zwangsläufigkeit, die sich selbst erfüllen wird, die Frage ist nur WANN

Über den Autor:

Die Nachfrage nach Gold wird zur Zeit von einem Personenkreis dominiert, den wir hier als Goldhamster bezeichnen. Sein Verhalten ist durch reine Gier geprägt, die nach oben nur durch sein Einkommen begrenzt ist.

Ein typischer Goldhamster spart sich jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag vom Munde ab, um damit Gold zu kaufen, egal zu welchem Preis. Bespielsweise würde er bei einem Goldpreis von 400 $ pro Unze 3 Unzen kaufen, bei einem Preis 600 $ nur noch 2, bei einem Preis von 1200 $ nur noch eine, und bei einem Preis von 6000 $ nur noch eine fünftel Unze, egal wie hoch der Preis auch steigt, er kauft stets für 1200 Euro neues Gold ein, das er niemals wieder herausrücken wird.

Gesamtwirtschaftlich ergibt sich daraus eine isoelastische Nachfragekurve, die die Gestalt einer Hyperbel hat. Sie hat keine Sättigungsmenge, weil die Gier nach Gold unendlich ist, und sie hat keinen Prohibitv-Preis, Gold wird prinzipiell zu jedem Preis gekauft.

Wenn der Goldpreis auf Xillionen TEuro pro Unze steigt, kauft der Goldhamster eben nur ein einziges Goldatom, das er sich am besten unter die Haut implantieren lässt, damit er es nie mehr verlieren kann.

Weil ein typischer Goldhamster sein Allerheiligstes niemals verkaufen wird, gibt es ein Angebot nur als Resultat von Erbschaften. Dieses ist vollkommen preisunelastisch. Weil bei einer erwarteten Preissenkung keine Förderung neuen Goldes mehr erfolgt, verläuft die Angebotskurve vertikal. Sie schneidet die Nachfragekurve zur Zeit bei einem Preis von ca. 1100 $/Unze. Weil wir hier keine Exceldateien darstellen können, muss sich die Grafik dazu jeder selbst denken.

Zur Zeit werden ca. 30% des weltweit vorhandenen Goldes von den Notenbanken gebunkert. Das ist ein zigfaches des täglichen Handelsvolumens. Wenn das im größeren Stil auf den Markt kommt, oder wenn Händler damit rechnen, dass das demnächst passieren könnte, verschiebt sich Angebotskurve nach rechts und der Preis sinkt dementsprechend.

Ist es denkbar, dass aus gegebenem Anlass irgendjemand plant, seine privaten Goldreserven zu verkaufen? Könnte es sein, dass unser neuer Bundes-Schuldenminister ernsthaft beabsichtigt, unsere “Währungsreserven” heimlich zu verkaufen? Schäuble hat vor zehn Jahren eine Parteispende von einem Waffenhändler veruntreut, diesem Mann ist so ziemlich alles zuzutrauen.

Diese Informationen stehen ab sofort im Internet und wurden per E-Mail verbreitet, u.a. an das Finanzministerium geschickt. Gibt es irgendwo im deutschen Sprachraum einen professionellen Goldhändler, der diesen Artikel hier gelesen und verstanden hat? Was wird der jetzt sinnvollerweise tun? Richtig, er wird seine gesamten Bestände so schnell wie möglich verkaufen. Wenn er diese Meldung hier in der Systempresse nachlesen kann, ist es für ihn zu spät.

Die vielen Goldhamster kaufen ihm das natürlich gierig ab, aber das wird den Preis nur geringfügig beeinflussen. Als nächstes wird ein institutioneller Großanleger eine Verkaufsaktion in Millionenhöhe starten, und siehe da, der Goldpreis kennt jetzt nur noch eine Richtung, und zwar nach unten!

Wenn der Finanzminister auf diese Weise seine Haushaltslöcher stopfen will, muss er sich ganz schön beeilen, und dann geht es hier um dreistellige Milliardenbeträge.

Sobald sich das allgemein herumspricht, fällt in London die Goldmauer!

Das ist nur eine Frage der Zeit!

Und wo wird der Goldpreis schließlich landen? Es wird sich jetzt eine neue Nachfragekurve für Gold bilden, denn das Gold wird ja jetzt nicht mehr ausschließlich von Goldhamstern zu Phantasie-Preisen nachgefragt, sondern bei einem realistischen Preis, der die tatsächliche Knappheit reflektiert, ergibt sich ein neuer industrieller Bedarf für Gold.

Die sinnvollste technische Verwendung für Gold ist der Korrisionsschutz. So können wir demnächst alle technischen Gebrauchsgegenstände des Alltags, die wir früher mit giftigen Farben immer wieder neu anstreich mussten, demnächst einmal für immer und ewig vergolden.

Für Nostalgiker: Dann können wir auch wieder eine zu hundert % durch Gold gedeckte Währung einführen. Ein 20-Cent-Stück aus reinem Gold kostet dann eben 20 Cent, so einfach ist das!

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