Die Nachfragekurve nach Gold ist isoelastisch und hat die Form einer rechtwinkligen Hyperbel. Sie ist bestimmt durch den Term
p = a/x
wobei p den Preis in $/Unze, x die Menge in Unzen und a den Unsicherheitsfaktor bzw. Angstfaktor bezeichnet. a wird [in diesem Beispiel] mit 3 Millionen festgelegt.
Die Angebotskurve ist vollkommen preisunelastisch und verläuft vertikal. Der Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage liegt zur Zeit bei einem Preis von ca. 1200 $/Unze, und kann theoretisch beliebig hoch ansteigen, wenn man die folgenden Überlegungen ohne Hirn und Verstand auf die Spitze treibt:
Der typische Goldanleger hat sich [in diesem Beispiel] entschieden, für exakt 800 Euro bzw. ca. 1200 Dollar Gold zu kaufen, egal zu welchem Preis. Bei einem Preis von 300 $/oz kauft er 4 Unzen, bei einem Preis von 600 zwei Unzen, bei eienm Preis von 1200 nur noch eine Unze usw. Im Extremfall wird er genau ein einziges Goldatom nachfragen zu einem Preis von umgerechnet 800 Euro.
Wenn die folgenden Fakten allgemein bekannt werden, bilden sich aber Rationale Erwartungen= über die zukünftige Entwicklung des Goldpreises, der sich dann wieder am praktischen Nutzwert und nicht mehr an der künstlich herbeigeführten Knappheit orientieren wird:
Wenn der Finanzminister bekannt gibt, die Goldreserven der Notenbank zu verkaufen, verschiebt sich die Angebotskurve nach rechts und der Preis sinkt dementsprechend.
Für die aggregierte Nachfrage resultiert [in diesem Beispiel] bei einem Preis von 1154 $/oz eine nachgefragte Menge von 3 Mio/1154 = 2600 Tonnen. Den Preis von ca. 1200 $/oz haben wir bereits gesehen, die Menge von 2600 Tonnen ist in diesem Beispiel so festgelegt. Es ist uns nicht bekannt, ob diese Menge an einem Tag, in einem Monat oder in einem Jahr umgesetzt wurde.
Es geht hier nicht um eine exakte Prognose, sondern um das grundlegende Prinzip: Wenn die Goldreserven der Deutschen Bundesbank in Höhe von 3400 Tonnen auf den Markt kommen, so steigt das Handelsvolumen auf 6000 Tonnen und der Preis sinkt [in diesem Beispiel] auf 3 Mio/6000 = 500 $/oz. Kommen weltweit alle Währungsreserven auf den Markt, so resultiert bei einer Gesamtmenge von 30000 Tonnen ein Preis von 100 $/oz.
Wenn jetzt auch noch die privaten Goldreserven in großem Umfang veräußert werden, sinkt der Goldpreis noch weiter. Weil der reine Nutzwert des Goldes sich von dem anderer Edelmetalle nicht wesentlich unterscheidet, werden sich auch die Preise aneinander angleichen.
Goldbesitzer müssen deshalb mit einem tendenziell sinkenden Goldpreis rechnen, zumindestens müssen sie einen drohenden Preisverfall in Betracht ziehen. Gold ist wegen der hohen Währungsreserven also total überbewertet.
Der Goldmarkt befindet sich in einer sehr labilen Verfassung, vergleichbar mit der einer Untertasse auf einem Jonglierstab: Sobald der Große Meister aufhört zu zaubern, macht es Bums!
Das gilt übrigens auch für professionelle Goldhändler, die ihre Bestände bislang durch Options- bzw. Termingeschäfte absichern konnten. Damit ist es aber im Ernstfall vorbei, weil der Zugang zum Terminmarkt dann stark eingeschränkt werden könnte. Siehe goldreporter.de vom 15. Januar 2010. Schließlich ist es nicht Sinn und Zweck der Terminmärkte, für jede geplatzte Spekulationsblase eine neue Ersatzblase aus Derivaten aufzublasen. Da wird noch so mancher eine heftige Ent-Täuschung erleben…
Wir sind hier nicht die ersten und nicht die einzigen, die das behaupten, sondern der US-Star-Ökonom Nouriel Roubini= predigt das schon seit langem.
Sobald sich das allgemein herumspricht, wird der Goldpreis eine Fundamentalkorrektur erfahren. Goldbesitzer sind deshalb gut beraten, ihre Bestände zu reduzieren und statt dessen Silber kaufen. Der Silberpreis entspricht in etwa den tatsächlichen Produktionskosten, die Angebotskurve ist steigend, die Nachfragekurve fallend. Wenn die Nachfragekurve nach Silber sich nach rechts verschiebt, ist ein Preisanstieg beim Silber zu erwarten.
Das sind keine gewagten Prognosen, sondern das ist das mikroökonomische Einmal Eins! Diese Fakten wurden am 11. November 2009 hier veröffentlicht und u.a. an den Leiter der Wirtschaftsredaktion des Spiegel geschickt. In der Titelgeschichte vom 23. November wurde dann auch prompt von einem neuen Billionen-Crash gewarnt, die Frage ist nicht ob, sondern wann das geschieht.
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