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Letzte Aktualisierung: 08.09.2010

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Was kommt nach dem Gold-Crash???

Interview mit Michael Köhne vom 26.09.2008

ML: Herr Köhne, auf Ihrer Internetseite sagen Sie den großen Gold-Crash noch in diesem Jahr voraus. Wie kommen Sie zu dieser gewagten Prognose?

MK: Jedes Schulkind weiß doch, dass das Gold vollkommen überbewertet ist, weil es von den Notenbanken ohne Hirn und Verstand in Fort Knox gebunkert wird. Es ist doch nur eine Frage der Zeit, dass nach dem Bankrott der ersten Investment-Banken endlich Vernunft in diesem Affenzirkus (monkey business) einkehrt.

ML: Aber diese Goldreserven werden doch gebraucht, zur Sicherung der Geldstabilität!

MK: Das ist eben der große Irrtum, der jetzt auffliegt: Geld entsteht durch Eintippen von Zahlen in einen sicheren Computer und definitiv durch drücken der Entertaste. So einfach ist das. Kein Mensch und keine Bank braucht „Währungsreserven“.

ML: Zur Zeit sind die Märkte aber leergefegt, weil die Leute lieber Gold als sichere Reserve halten. Warum sollte der Preis da plötzlich sinken?

MK: Das ist eine reine Frage der Logik. Wenn Sie eine Notreserve von 10.000 Euro anlegen wollen, spielt es doch keine Rolle, ob sie dafür ein halbes Kilo Gold oder die äquivalente Menge an Silber kaufen, oder eine Mischung von beidem, oder? Und wenn ich Ihnen jetzt einigermaßen glaubhaft versichern kann, dass die amerikanische Notenbank zu allem fähig ist, könnte sie doch zur Abwechselung mal was Vernünftige machen und das Gold herausrücken!

ML: Dann würde man Gold also nicht mehr zur Geldanlage, sondern nur wegen seines praktischen Nutzwertes kaufen. Könnte es etwa sein, dass wir dann alle Gegenstände des täglichen Bedarfes, die wir heute noch aufwändig mit Rostschutzfarbe anstreichen, ganz einfach vergolden?

MK: Genau so sieht das Goldene Zeitalter aus, von dem Menschheit schon seit Jahrtausenden träumt. Das können Sie auf meiner früheren Seite www.schluss-mit-bimbes.de alles nachlesen, die man unter www.archive.org wieder restaurieren kann. Für Nostalgiker könnte man dann sogar wieder eine richtige Goldwährung herausgeben. Ein Zwanzig-Cent-Stück wäre dann ein echtes Goldstück, das ein paar Gramm wiegt und 20 Cent kostet.

ML: Was geschieht denn dann mit den Aktien, werden die vollkommen abstürzen?

MK: Das kommt darauf an. Aktien von Geld- und Versicherungsunternehmen kauft dann kein Mensch mehr, die werden Sie nicht mal geschenkt los. Aktien von normalen Unternehmen, die etwas nützliches produzieren und verkaufen, werden ihren Wert in etwa behalten.

ML: Wie soll das denn funktionieren? Beim Flatrate-Banking verschwindet doch der Zins, und ohne Zins kann sich für Kapital doch kein Preis bilden?

MK: Mathematisch gesehen ergibt sich bei einem Zins von Null ein Kurs von Unendlich. Nur weil für natürliche Personen aber trotzdem eine Zeitpräferenz sinnvoll hergeleitet werden kann, ist der Preisspielraum nach oben begrenzt. Es gibt allerdings eine einzige Ausnahme.

ML: Und die wäre?

MK: Google kann im Prinzip bis in alle Ewigkeit ins Unendliche wachsen. Der Astrophysiker Frank Tipler hat das in seinem Buch „Die Physik der Unsterblichkeit“ schon 1993 angedeutet. Leider ist dieses Buch so kompliziert geschrieben, dass es außer mir offensichtlich noch niemand verstanden hat. Er spricht von dem sogenannten Omegapunkt. Das ist die Potenzmenge aller theoretisch denkbaren Ereignisse. Früher konnte man sich das nur als „Gott“ vorstellen. Heute wissen wir, dass dieser Gott in etwa die Eigenschaften einer perfekt funktionierenden Suchmaschine hat, also Google gewissermaßen, wenn es erwachsen ist.

ML: Sie empfehlen ausdrücklich, Google-Aktien bevorzugt zu kaufen. Gibt es aber auch Risiken? Kann Google eventuell scheitern?

MK: Wenn Google seine Geschäftsphilosophie beibehält, kann nichts mehr schiefgehen. Bitte den Nachtrag vom 30.11.2009 beachten. Weil Google im Prinzip unendlich und unsterblich ist, können Sie alle zukünftigen Gewinne einfach aufaddieren, ohne irgendwelche Diskontfaktoren. Deshalb ist der Gewinn unendlich hoch, und der Aktienkurs ebenso. Kein Mensch würde sich jemals von seinen Google-Aktien trennen, wenn es da nicht so ein göttliches Paradoxon gäbe.

ML: Wie bitte?

MK: Wenn eine Einzige Aktie schon unendlich wertvoll ist, dann sind zwei oder mehr Aktien ebenfalls unendlich. Unendlich kann man nicht sinnvoll addieren oder mathematisch formuliert: + + + … =

ML: Verstehe. Wenn ich mit einer einzigen Google schon unendlich reich bin, dann brauche ich die anderen nicht mehr. Die kann ich dann verkaufen oder verschenken, das ist egal.

MK: Die müssen Sie sogar verschenken, wenn Sie die Google-Firmenphilosophie ernst nehmen!

ML: Das werde ich auch tun, aber erst wenn es soweit ist. Jetzt warten wir erstmal den Gold-Crash ab, und vorerst vielen Dank für dieses unendlich phantastische Interview.

MK: Bevor es soweit kommt, erlebt die Menschheit noch ihren finanziellen Orgasmus.

ML: meinten Sie: finanzieller Organismus?

MK: Das verstehst Du noch nicht, dazu bist Du noch zu jung.

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